Friedrich Hölderlin (1770 - 1843)

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Friedrich Hölderlin (1770 - 1843)

Bericht  Irminiaz op di 03 feb 2009, 21:53

http://www.zeno.org/Literatur/M/H%C3%B6lderlin,+Friedrich

Dem Sonnengott


Wo bist du? trunken dämmert die Seele mir
Von aller deiner Wonne; denn eben ists,
Daß ich gesehn, wie, müde seiner
Fahrt, der entzükende Götterjüngling
Die jungen Loken badet' im Goldgewölk';
Und jezt noch blikt mein Auge von selbst nach ihm;
Doch fern ist er zu frommen Völkern,
Die ihn noch ehren, hinweggegangen.
Dich lieb' ich, Erde! trauerst du doch mit mir!
Und unsre Trauer wandelt, wie Kinderschmerz,
In Schlummer sich, und wie die Winde
Flattern und flüstern im Saitenspiele,
Bis ihm des Meisters Finger den schönern Ton
Entlokt, so spielen Nebel und Träum' um uns,
Bis der Geliebte wiederkömt und
Leben und Geist sich in uns entzündet.

Stimme des Volks

Du seiest Gottes Stimme, so ahndet' ich
In heil'ger Jugend; ja, und ich sag' es noch. -
Um meine Weisheit unbekümmert
Rauschen die Wasser doch auch, und dennoch

Hör' ich sie gern, und öfters bewegen sie
Und stärken mir das Herz, die gewaltigen;
Und meine Bahn nicht, aber richtig
Wandeln in's Meer sie die Bahn hinunter.

An einen Baum


und die ewigen Bahnen
Lächelnd über uns hin zögen die Herrscher der Welt,
Sonne und Mond und Sterne, und auch die Blize der Wolken
Spielten, des Augenbliks feurige Kinder, um uns,
Aber in unsrem Innern, ein Bild der Fürsten des Himmels,
Wandelte neidlos der Gott unserer Liebe dahin,
Und er mischte den Duft, die reine, heilige Seele,
Die, von des Frühlinges silberner Stunde genährt,
Oft überströmte, hinaus in's glänzende Meer des Tages,
Und in das Abendroth und in die Woogen der Nacht,
Ach! wir lebten so frei im innig unendlichen Leben,
Unbekümmert und still, selber ein seeliger Traum,
Jezt uns selber genug und jezt in's Weite verfliegend,
Aber im Innersten doch immer lebendig und eins.
Glüklicher Baum! wie lange, wie lange könnt' ich noch singen
Und vergehen im Blik auf dein erbebendes Haupt,
Aber siehe! dort regt sich's, es wandeln in Schleiern die Jungfrau'n
Und wer weiß es, vieleicht wäre mein Mädchen dabei;
Laß mich, laß mich, ich muß - lebwohl! es reißt mich in's Leben,
Daß ich im kindischen Gang folge der lieblichen Spur,
Aber du Guter, dich will, dich will ich nimmer vergessen,
Ewig bist du und bleibst meiner Geliebtesten Bild.
Und käm' einmal ein Tag, wo sie die meinige wäre
O! dann ruht' ich mit ihr, unter dir, Freundlicher, aus
Und du zürnetest nicht, du gössest Schatten und Düfte
Und ein rauschendes Lied über die Glüklichen aus.

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"Zou ik Aarde niet loven? Zij draagt, spijst, zij koestert en dekt. Leven is goed en dood is goed. Ikzelf ben aarde, al stroomt in mijn bloed iets zuivers van Zon."
- René de Clercq (De Leeuwerik)

"Aus Dingen, denen wir ungerührt vorübergehen, weht uns, wenn wir ihren Hauch zu fühlen vermögen, noch die fernste Vorwelt entgegen. Wer seine Heimat liebt, muss sie auch verstehen wollen; Wer sie verstehen will, überall in ihre Geschichte zu dringen suchen" - Jakob Grimm
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